Ristorante con Cucina Tipica Fiorentina
Pasta  e dolci fatti in casa ed ampia scelta di Vini.
il borgo
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Trattorie del Chianti - Edizione 1996 Pag. 57

Die Herkunft des Namens Lucolena, den eine kleine Ansammlung von Häusern auf der Höhe zwischen dem Arnound dem Greve-Tal trägt, ist umstritten. Manche meinen, er setze sich aus den beiden lateinischen Wörten lucus lenae zusammen und bringen sie mit einer sagenhaften Löwin in Verbindung, die vor langer Zeit in den Wäldern gehaust haben soll. Andere berichten von Luco und Lena, die als altes Paar alleine eine schreckliche Pestepidemie überlebt hatten. Oder trifft die Hypothese zu , daß in der antiken Ansiedlung, von der Reste gefunden wurden, Lena, eine Pristerin der Vesta, im luco, dem heiligen Wald des Bacchus, lebte?

Darüber kann man sich gelehrt mit Adriano Marunti unterhalten, dem Besitzer der Terrasse, auf der man unter Weinlaub sitzt, der umliegenden Hügel, auf die man blickt und der Häuser im Rücken, liebevoll restauriert und unter dem Namen Locanda Borgo Antico gastfreundlich eröffnet. Signor Adrianos Familie sitzt seit mehr als tausend Jahren auf diesen Steinen, die zu Zeiten zu einer kleinen, stolzen Festung mit Wehrturm aufgeschichtet waren, dann wiederum nur niedergerissene Mauern, wenn sich, wie etwa 1302, die Grafen von Lucolena unklugerweise mit den Guelfen verbündeten und die Wut der Ghibellinen zu spüren bekamen.

Aber bald erscheint es angebrachter, an Lucullus zu denken, den reichsten aller Römer, Besitzer prachtvoller Villen und Bibliotheken, von Fischteichen, Tiergärten, berühmten Kirschplantagen und riesigen Obstgärten, ein Förderer von Kunst und Wissenschaft. Hier oben kommt er einem wegen der Namensähnlichkeit in den Sinn und wegen seiner sprichwörtlichen Fähigkeit, seine Reichtümer auch zu genießen. So genießt man lukullisch-schwelgerisch die in überreichem Maß angetroffene Ruhe, die reine, kühle Luft, die aus den sommerheißen Tälern heraufgelockt hat und einem nun aus den Kastanienwäldern entgegenströmt, die einfachen Köstlichkaiten, die aufgetragen werden.

Stefano Fissi hat sieben Jahre lang mit seiner Frau Patrizia die Bar am römischen Theater in Fiesole oberhalb von Florenz gefürt. Patrizia hat auch hier schon Kleinigkeiten gekocht, aber immer von einer richtigen eigenen Küche geträumt. Dann haben sie die Anzeige gelesen, mit der Signor Adriano einen Pächter für Lucolena gesucht hat, sind hergekommen und nicht mehr weggegangen. Patrizia kocht jetzt eine klassiche Bohnen-Dinkel-Suppe, die Stefano gesprächig heiter als gran farro ankündigt, sie macht unter zahlreichen Nudelgerichten ausgefallene quadrotti alle erbette, Maultaschen mit Kräutern, einen risotto pere e gorgonzola, mit Birne und dem bekannten Edelschimmelkäse, der auf der Zunge zergeht, maiale all'arancia, Schweinebraten mit Orange oder in einer anderen Version mit Oliven als Hauptspeise und schiebt für Vegetarier unter ihren Gästen einen Pecorino-Käse in den Ofen. Verschmitzt schreibt Stefano ans Ende der Speisekarte: "Pane e servizio? No grazie".